Sonnen-Strom immer günstiger

Marktkräfte stimulieren

Im vergangenen Jahr wurden weltweit erstmals neue Solarstromanlagen von mehr als 100 Gigawatt installiert. In diesem Jahr soll sie gigantische Leistung noch einmal um etwa 10 % gesteigert werden. Und diese ohne politisch gelenkte Subventionen. Allein durch ihre über die Jahre gewachsene Wettbewerbsfähigkeit.

Die Preisentwicklung der Anlagen folgte eine andere Richtung. In den vergangenen fünfzehn Jahren sind die Preise für Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) um sage und schreibe 80 % gesunken. Die Kosten für Solarstrom sind in manchen Ländern bei rund 2,5 Cent/kwh angelangt. Bei uns hier im Land liegt der Preis bei Anlagen von mehr als 750 MW im Schnitt bei 4,67 Cent/kwh. Der niedrigste Wert liegt derzeit gar bei nur 3,96 Cent. Im Einklang mit dieser Entwicklung könnte daher in diesem Jahr auch das selbstgesteckte Ausbauziel der Bundesregierung endlich erreicht werden: Gesamtzubau von 2,5 GW.

Das belebt natürlich auch den Binnenmarkt. Solarstromanlagen (PV-Anlagen) sind seit Beginn dieses Jahres verstärkt nachgefragt. Und ist gut so. Und verstärkt die Intension von manufact, diese Energie weiter ihren Bauherrschaften bzw. Sanierungswilligen zu empfehlen sowie in ein Gesamtpaket an erneuerbaren Energien zu schnüren.

Zur Verstärkung der Energieziele gilt es dennoch auch, die Schere zwischen den Endverbraucher-Tarifen einerseits sowie den gesunkenen Erzeugungskosten andererseits stärker ins Bewusstsein zu bringen. Denn die Angleichung wird immer attraktiver, sofern der produzierte Strom zum Eigenverbrauch genutzt wird. Die Experten auf dem Gebiet verweisen z. B. darauf, dass der Strom aus öffentlichen Netzen mitunter 30 Cent/kwh kosten kann. Der mit der eigenen PV-Anlagen erzeugte Strom kann nach Berechnungen des Bundesverbands Solarwirtschaft für rund 10 Cent/kwh bewertet werden.

Die Einspeisevergütung liegt derzeit bei rund 12 Cent/kwh. Anlagenbetreiber aus den Reihen der Hauseigentümer, die auf Rendite setzen, können bei Einspeisung des Stroms in das öffentliche Netz 2 bis etwa 4 % Rendite erzielen. Wird der Eigenverbrauch im Haus auf den eigenen Solarstrom abgestimmt, der Eigenverbrauch also optimiert, eine Jahresrendite von bis zu 6 % denkbar.

Der nächste Pusch kann unter Einbeziehung von Batteriespeicher erreicht werden. Auch wenn diese noch ihre verbraucherfreundliche Preisentwicklung noch weitgehend vor sich haben, lässt sich die individuelle Eigenverbrauchsquote auf 50 bis 70 % erhöhen. Die Preise der Speicher fallen bisher jährlich um etwa 10 %. Deren Wirtschaftlichkeit kann sich also alsbald einstellen. Denn auf der anderen Seite steigen die Strompreise aus dem öffentlichen Netz durchaus weiter an.

Zur preisperspektivischen Betrachtung ist anzumerken, dass sich die Kosten für Lithium-Ionen-Speicher einschließlich Wechselrichter und Installation aktuell etwa auf mindestens circa 1.200 €/kwh belaufen. Die Rentabilitätsgrenze wird momentan mit rund 1.000 €/kwh beziffert. Der Weg dahin ist nur noch kurz.

| KD VI 18 |